Veränderung ist möglich

Matthäus 21,12-17 ['Lutherbibel 1984']
*12 Und Jesus ging in den Tempel hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß die Tische der Geldwechsler um und die Stände der Taubenhändler *13 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus. *14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie. *15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich *16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen: »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«? *17 Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Die falsch verstandene Toleranz

In der heutigen Zeit ist das Wort Toleranz ein strapazierter Begriff.
Der Präzisionsmaschienenbauer weiß, dass Toleranz eine Abweichung von einer Idealnorm ist. Ein Maschinenteil, das Toleranzen aufweist, wird irgendwo schleifen und Probleme verursachen, zumindest einen höheren Energieverbrauch nach sich ziehen. Es kann auch zu ernsthaften Störungen des Ablaufes kommen. Sind die Toleranzen zu groß, kann man es gar nicht einpassen und es wird völlig unbrauchbar.

So ist es auch mit dem Menschen, mit unseren Gemeinden: Sind dort die Toleranzen — also Abweichungen vom göttlichen Ideal — zu groß, wird nicht mehr deutlich was Gemeinde eigentlich ist. Sind wir verführt uns weiter dieser Welt anzupassen, werden wir nicht mehr ernst genommen.
Unser Toleranz-Messgerät ist nicht das Gesetz, sondern die die Liebe Gottes. Sie lädt alle Menschen ein zu ihm zu kommen so wie sie sind. Aber seine Liebe lässt uns nicht so wie wir sind. Sie erzieht, ermutigt, ermahnt, verändert. Sie bringt uns wieder in die göttliche Norm. So, dass wir als Gemeinde wieder wahrgenommen werden, als ein Ort an dem dir Gott mit seiner bedingungslosen, aber verändernden Liebe begegnet.

Jürgen Werth